Achtung, BETRÜGER: Diese Meldung ist WICHTIG für ALLE, die mit Adwords werben!
Warum? Lesen Sie weiter:
Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach einem wunderbaren Wochenende ins Büro. Kaum dass Sie sitzen, klingelt das Telefon. Am anderen Ende Ihr Bankbetreuer, der Sie fragt: „Ist das in Ordnung, dass Google in den letzten 3 Tagen 50.000 Euro von Ihrem Konto abgebucht hat?“
Was meinen Sie: Wie viele Stockwerke unter und über Ihnen würde man Ihr „Waaas!??“ hören?
Schnell loggen Sie sich in Ihr Adwords-Konto ein. Jetzt hören Ihre Mitarbeiter Ihr zweites „Waaaas! – ist! – denn! – das!!!???“ Denn Ihre Adwords-Benutzeroberfläche erscheint in kyrillischen Buchstaben.
Nach einem Telefonat mit dem Adwords-Service haben Sie wieder eine deutschsprachige Benutzeroberfläche, und Sie können mit Hilfe des Adwords-Kundendienstes Ihren Account stoppen.
Ein Horror-Szenario?
Nein!
Genau das ist einem Adwords-Kunden passiert. Ein Betrüger war irgendwie an die Login-Daten zu seinem Adwords-Account gelangt und die Kampagne manipuliert.
In den folgenden 3 Tagen erzielte die Kampagne des Adwords-Kunden ca. 150.000 Klicks, und pro Klick wurden im Schnitt gut 30 Cent berechnet.
KEIN EINZIGER DIESER KLICKS führte jedoch auf die Verkaufsseite dieses Adwords-Kunden . ALLE Klicks führten auf die Seite www.kostenlose-vorlagen.info.
Und auf dieser Seite (die mittlerweile vom Netz genommen ist) wurden 100 kostenlose Vorlagen zum Download angeboten. Vorlagen aus allen Lebensbereichen: Mietverträge, Kündigungen, Geburtstagsglückwünsche, Excel-Vorlagen für Kassenbücher, und, und, und. Schön für die Surfer, oder?
NEIN!!:
Die kostenlosen Vorlagen hatten einen kleinen Schönheitsfehler: Sie waren durchtränkt mit Viren, Trojanern und was es sonst noch an Malware gibt.
Das Ergebnis:
Innerhalb kürzester Zeit wurden möglicherweise tausende von Computern mit Viren verseucht – und der Ausgangspunkt war die Kampagne eines ahnungslosen Adwords-Kunden.
Der hatte übrigens Glück im Unglück: Google erstattete ihm nach Prüfung des Vorfalls anstandslos und generös die abgebuchten 50.000 Euro zurück. So bliebs beim Schreck und der Aufregung. Doch es hätte schlimmer kommen können. Wenn Google nicht “Don´t be evil” praktiziert hätte, sondern die Praktiken deutscher Banken anwenden würde, wäre der Kunde wohl auf seinem Schaden sitzen geblieben …
Und Sie? Sind Sie sicher, dass Sie der einzige sind, der auf Ihr Konto zugreift?
Ich empfehle Ihnen:
Prüfen Sie erstens dringend in Ihrem Konto unter „Tools-Protokoll bisheriger Änderungen“, wer außer Ihnen in der letzten Zeit in Ihrem Konto gearbeitet hat.
Und dann prüfen Sie zweitens unter „Mein Konto-Zugriffsrechte“, wer außer Ihnen Zugriff auf Ihren Account hat.
Falls Sie bei einer dieser beiden Prüfungen eine verdächtige E-Mail-Adresse entdecken, setzen Sie sich sofort mit dem Adwords-Kundendienst oder Ihrer mit Adwords-Agentur in Verbindung.
Doch auch wenn Sie nichts verdächtiges entdecken, sollten Sie in Zukunft unbedingt auf Nummer sicher gehen:
- Sorgen Sie dafür, dass Sie der einzige sind, der die primären Login-Daten zu Ihrem Adwords-Konto kennt. Verwahren Sie Ihre Zugangsdaten – genau wie Ihre Bankdaten – an einem sicheren Ort.
- Falls außer Ihnen weitere Personen mit den primären Zugangsdaten auf Ihren Adwords-Account zugreifen, ändern Sie sofort Ihr Password. Wenn es notwendig ist, dass außer Ihnen andere auf Ihr Konto zugreifen, können Sie diesen unter „Mein Konto-Zugriffsrechte“ einen Gast-Zugriff mit eigenen Login-Daten einrichten. Ihr Vorteil: Einen Gast-Zugriff können Sie jederzeit löschen.
- Falls Sie eine seriöse Adwords-Agentur mit der Betreuung/Optimierung Ihres Accounts beauftragen, wird diese niemals nach Ihren primären Login-Daten fragen. Eine Adwords-Agentur benötigt nur Ihre 10stellige Kundennummer, und wird dann über Google eine Zugriffsanfrage stellen, die Sie bestätigen müssen. Erst dann kann die Agentur auf Ihr Konto zugreifen … und wenn Sie irgendwann einmal nicht mehr mit der Agentur zusammenarbeiten, können Sie den Agenturzugriff unter „Mein Konto-Kontoeinstellungen“ mit einem einzigen Klick stoppen.
- Verwenden Sie für Adwords eine eigene Kreditkarte mit einer Obergrenze für die Höhe einzelner Abbuchungen, mit einem Tageslimit und einem monatlichen Gesamtlimit, das etwas höher ist als Ihre durchschnittlichen monatlichen Adwords-Ausgaben. So bleibt der Schaden, der durch unbefugten Zugriff entstehen könnte, in Grenzen.
- Prüfen Sie mehrmals wöchentlich Ihren Account auf Auffälligkeiten (am besten auch an Wochenenden).
- Lassen Sie sich über das Google-Bericht-Centertäglich automatisierte Berichte über Konto-Ausgaben sowie über die Ziel-URLs Ihrer Anzeigen zumailen.
Adwords ist ein mächtiges Werkzeug, und kann Ihr Unternehmen weit nach vorn bringen. Das haben jetzt auch die Herren und Damen aus dem kriminellen Sektor gemerkt.
Seien Sie also vorsichtig – gehen Sie auf Nummer sicher!
Ihr
Manfred Engel