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Jul 25

Google Venice und die Folgen

Google Venice: Standort wird Rankingfaktor

Google hat für die organische Suche schon wieder ein neues Update eingespielt: das „Venice-Update”. Ab sofort wird gleichzeitig der Standort des Werbenden und des Suchenden zum Rankingfaktor, lokale Unternehmen bzw. Treffer werden bevorzugt.

Bei jeder Suchanfrage wird vom Browser die IP des Suchenden gesendet, und Google liefert dann bevorzugt solche Suchergebnisse zurück, die einen lokalen Bezug zum Standort des Suchenden haben.

Googles Venice Update: Prima für die Kleinen, schlecht für die Großen

Für lokale/regionale Firmen ist das „Venice Update“ eine prima Sache. Wer seine SEO-Hausaufgaben gemacht hat, d.h. wer zumindest sauberes HTML liefert, und in seinen Metatags am besten auch noch seinen Standort mit Längen- und Breitengrad angibt, hat gute Chancen, in der organischen Suche weit nach oben zu kommen.

Ein Beispiel: Wenn ich heute nach „Honig” suche, wird mir derzeit auf Google-Seite 1 neben Platzhirschen wie Wikipedia und Langnese auch „Honig Müngersdorff“, ein Honigfachgeschäft aus Köln angezeigt.

Überregionale Firmen geraten durch Venice ins Hintertreffen

Größere überregionale Firmen könnten durch das „Venice Update“ aber leicht ins Hintertreffen geraten. Denn wenn in jeder der gut 11.000 deutschen Gemeinden nun die lokalen Anbieter nach oben kommen, wird für überregionale Anbieter die Luft dünner.

Google macht Wirtschaftspolitik

Ich ertappe mich bei der Überlegung, was wohl den größeren Einfluss auf unsere Wirtschaft haben wird: Philipp Röslers große Wachstumsparolen oder Googles kleine Algorithmus-Änderung?

Nun ja, könnte man einwenden: Den großen überregionalen Unternehmen bleibt ja noch Adwords. Man muss nur ein paar Cent pro Klick investieren, und schon ist man zu wichtigen Keywords auf Seite 1 bei Google.

Raus aus den Suchergebnissen, rein in Adwords?

Im Prinzip stimmt das, meldet Radio Eriwan …

AAABER: Google sorgt systematisch dafür, dass die Klickkosten immer weiter steigen. Bislang konnten geschickte Adwords-Werber ganz gezielt auf „seltene Suchbegriffe“ setzen, auf die sogenannten „Long Tail Keywords“.

„Schuhe aus Ziegenleder kaufen“ wäre z.B. theoretisch ein solcher relativ seltener Suchbegriff. Wenige Nutzer geben genau diese Suchanfrage ein, und bislang haben relativ wenige Anbieter zu dieser Suchanfrage Adwords-Anzeigen geschaltet.

Diejenigen, die Anzeigen geschaltet haben, konnten sich BISHER an niedrigen Klickkosten erfreuen und bekamen dafür Besucher mit ernsten Kaufabsichten auf ihre Seite. Adwords-Werber, die auf Longtail-Keywords setzten, konnten prächtige Renditen realisieren.

Nach Venice: Adwords-Chancen mit Longtail-Keywords?

Doch für Google waren diese selten gesuchten Longtail-Keywords ein Gräuel. Denn bei fast allen dieser Suchanfragen wurde – zumindest in den Augen von Google – der Anzeigenplatz weit unter Wert verkauft. Deshalb arbeitete Google in den letzten Jahren unermüdlich an den Algorithmen, um die eigene Rendite – und zwar für alle Suchbegriffe – zu maximieren.

Das Ergebnis: Mehr Einnahmen für Google – und im Gegenzug für Werbetreibende immer weniger Möglichkeiten, von den Long-Tail-Keywords zu profitieren.

3 Beispiele, wie Google die Longtail-Chancen der Werbetreibenden minimiert hat:

Beispiel 1:

Google Instant Search: Studien belegen, dass durch die Suchtechnologie „Google Instant Search“ die Länge der Suchanfragen um bis zu 20% zurückging. Wenn – bedingt durch „Instant Search“ – Suchanfragen heute 20% kürzer sind als vor 1 Jahr, heißt das gleichzeitig, dass weniger nach „Longtail Keywords“ gesucht wird.

Konkret: Wenn jemand in die Google Suchmaske „Schuhe aus Ziegenleder kaufen“ eingeben möchte, bekommt er dank „Instant Search“ schon nach der Eingabe von „Schuhe aus“ erste Suchergebnisse angezeigt. Und natürlich auch die relevanten Adwords Anzeigen. In diesem Fall relevant sind natürlich die heiß umkämpften Anzeigen zum Shorttail-Begriff „Schuhe“ – und hier kostet ein Klick ein Vielfaches mehr als beim Longtail-Begriff „Schuhe aus Ziegenleder kaufen“. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – finden Sie nicht auch?

Beispiel 2:

Rechtschreibvarianten sind kaum noch als Longtail-Keywords möglich: Wer früher als Werbetreibender auf „Manuka-Hohnick“ geboten hat, konnte sich über niedrige Klickpreise freuen, da nur wenige Wettbewerber auf diese Falschschreibweise geboten hatten. Wer heute auf „Manuka-Hohnick“ bietet, hat keinen Vorteil mehr. Denn das Adwords-System erkennt, dass „Manuka-Honig“ gemeint ist, und schaltet alle Anzeigen, die Manuka-Honig anbieten. — Hoher Wettbewerb, hohe Klickkosten – Sie wissen schon..

Beispiel 3:

Das systemeigene Adwords-Keyword-Tool wurde von Google so sehr verändert/verbessert, dass Werbetreibende immer weniger Möglichkeiten haben, Keywords zu finden, die sonst niemand nutzt. Kurz: Longtail-Keywords gehören weitgehend der Vergangenheit an.

Doch was soll ein Unternehmen tun, das 1.) wegen „Venice“ von den vorderen organischen Plätzen verdrängt wurde und nun 2.) mit horrenden Adwords-Klickkosten konfrontiert ist???

Engelwerbung empfiehlt:

  1. Schreiben Sie hoch spezifische und gleichzeitig responsestarke Adwords-Anzeigentexte. Je höher die Response, desto besser der „Adwords-Qualitätsfaktor“. Und je besser der „Adwords Qualitätsfaktor“, desto niedriger die Kosten pro Klick.
  2. Landeseitenoptimierungen. Machen Sie durch Tests Ihre Landeseite immer besser. Sorgen Sie dafür, dass aus den Landeseiten-Besuchern mehr Käufer werden als bisher. Optimieren Sie die Conversion Rate!
  3. Suchen Sie dringend Adwords-Alternativen. Gehen Sie mit Ihren Kunden, und nutzen Sie Twitter, Facebook, Youtube, Linkedin, Yahoo, Bing … als Werbeplattformen.
  4. Wenn Sie einmal einen Kunden gewonnen haben, dann sorgen Sie dafür, dass er Sie in Zukunft wieder findet, OHNE auf Ihre Adwords-Anzeige zu klicken. Schon ein kleines „Favicon“, das Ihr Kunde in seiner Favoritenliste speichern kann, wirkt manchmal wahre Wunder!
  5. Lassen Sie sich von Ihren Kunden die Erlaubnis geben, dass Sie ihnen hin und wieder per E-Mail Angebote unterbreiten.

Zusammenfassung:

Ich bin davon überzeugt, dass das „Venice Update“, das ja eigentlich im Bereich der organischen Suche angesiedelt ist, einen erheblichen Einfluss auf das Adwords Marketing haben wird.

Große überregionale Firmen werden durch das „Venice Update“ von den vorderen Plätzen der Suchergebnisseiten verdrängt. Diese Firmen werden versuchen, den Besucherrückgang durch verstärkte Adwords-Werbung zu kompensieren.

Dadurch wiederum steigt bei Adwords der Wettbewerbsdruck – und die Klickpreise. Verschärft wird die ganze Situation noch dadurch, dass die billigen „Longtail-Keywords“ der Vergangenheit angehören.

Die Keyword-Auktionen der Zukunft werden sich im teuren Shorttail-Bereich abspielen. Und es werden – zumindest anfangs – mehr Werbetreibende daran teilnehmen als jemals zuvor. Google wird 2012 ein weiteres Rekordergebnis in puncto Umsatz und Rendite verkünden. Ob Ihr Unternehmensergebnis ebenfalls erfreulich sein wird, hängt u.a. davon ab, wie Sie den neuen Herausforderungen begegnen werden.

Noch Fragen? Sie wissen schon: Wer fragt, der führt – wer führt, der fragt!

- Tel. 02223 / 9098070 -

Oder nutzen Sie das Kontaktformular im Bereich “Gratis fragen”, um mir Ihre Frage zu stellen.

Beste Grüße

und viel Erfolg beim Googeln wünscht

Manfred Engel
Der Engel fürs Googeln“ 

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